Scheibenwelt, die Einunddreißigste

Posted By BlackBellow

Das ist mir schon lange nicht mehr passiert, dass ich ein Buch, das etwas mehr als 400 Seiten hat, in weniger als 24 Stunden verschlungen habe - genauer gesagt, nicht seit dem letzten Scheibenwelt-Roman ;-)

Viele herrlich schlechte Wortspiele aus dem Munde von Feucht von Lipwig, das Buch ist ein Riesenspaß und sehr rasant. Jetzt heißt es wieder warten auf das nächste Buch und nicht frustriert zu sein, schließlich ist direkt nach dem Erscheinen des letzten Buchs die Wartezeit aufs nächste am längsten. Zum Glück lässt Pratchett einen normalerweise nicht allzu lange warten… Hehe, weiß jemand schon was Genaueres zum kommenden Scheibenwelt-Roman?

Jaja, leider hat sich der Verlag erneut nicht dazu durchringen können, das schöne englische Cover für “Schöne Scheine” zu verwenden, und hat stattdessen für die deutschsprachige Ausgabe erneut das fragwürdige Cover der amerikanischen Ausgabe benutzt. Schade. Zum Vergleich einfach mal hier vorbeischauen. Welches ich bevorzuge, ist nicht allzu schwer zu erraten.

Doch worum geht es denn nun? Das sagt Random House Audio dazu:

Feucht von Lipwig, Ex-Gauner und Postminister, notorischer Schwindler und angesehener Bürger, hat die Post von Ankh-Morpork zu einer reibungslos funktionierenden Institution gemacht: Fast alle Briefe werden unversehrt ausgeliefert, nur wenige sind von Schnecken angefressen, das Postamt ist frisch renoviert und die Briefmarken werden nicht nur gesammelt, sondern als inoffizielles Zahlungsmittel verwendet. Schließlich sind sie leicht, flach und passen in jede Tasche. Alles läuft so gut, dass sich Feucht ein bisschen unterfordert fühlt. Ihm fehlt schlicht der Nervenkitzel, und so klettert er nachts heimlich an der Fassade des Postamtes hoch und knackt komplizierte Schlösser. Man will ja nicht aus der Übung kommen. Und da man auch nie wissen kann, wann sich das Glück wendet, hat Feucht immer einen perfekten Fluchtplan im Kopf.

Eine Flucht zur rechten Zeit hätte ihm tatsächlich viele Probleme erspart, aber leider merkt Feucht zu spät, in welchen Schlamassel er über Nacht geraten ist: Als die exzentrische alte Frau Üppig stirbt, hinterlässt sie ausgerechnet dem Postminister ihre Anteile an der heruntergekommenen Kreditbank von Ankh-Morpork. Das heißt - eigentlich vererbt sie die Beteiligung Herrn Quengler, ihrem kleinen Hund. Er ist der neue Bankpräsident, doch das Testament bestimmt Feucht zu Herrn Quenglers Pfleger und Sprachrohr.

Schon bei einer ersten Sichtung der Lage erkennt Feucht, dass in der Bank einiges im Argen liegt. Die Schalterhalle ist bis auf wenige ältere Damen mit gut erzogenen Hunden gähnend leer. Das Material zur Herstellung einer 1-Penny-Münze kostet mehr als 2 Penny, und die Angestellten der Münzanstalt nehmen ihre Arbeit mit nach Hause, um in Handarbeit und im trauten Familienkreis jede einzelne Münze zu prägen - unter Sicherheitsaspekten ein Fiasko. Doch jede Kritik wird vom Hauptkassierer Herr Beuge im Keim erstickt. Er ist ein Mann der nüchternen Zahlen und misstraut dem redegewandten Feucht.

Und der hat tatsächlich hochfliegende Pläne. Zuerst ermuntert Feucht die Einwohner von Ankh-Morpork, ihr Geld statt im Sparstrumpf lieber in der Bank aufzubewahren und lockt sie mit attraktiven Zinsen. Schon bald ist die ehemals beschauliche Atmosphäre der Schalterhalle verflogen. Wahrhaft revolutionär ist allerdings Feuchts nächste Idee: Kurzerhand schafft er die schweren Goldmünzen ab und erfindet das Papiergeld: schöne Scheine mit dem Porträt des Patriziers. Was für Briefmarken richtig ist, kann für Geld nicht falsch sein.

Mit dieser Maßnahme schafft es Feucht zwar einmal mehr auf die Titelseite der Ankh-Morpork Times, aber plötzlich tauchen von überallher Feinde auf. Am Ende scheint sich die ganze Scheibenwelt gegen ihn verschworen zu haben: Cosmo, das Oberhaupt der Familie Üppig, möchte die Bank wieder in Familienbesitz bringen und wäre durchaus bereit, dafür über Leichen zu gehen. Genauer gesagt: über die Leichen von Herrn Quengler und Feucht. Gleichzeitig ist ein dreihundert Jahre alter Zauberer hinter Feuchts Freundin Adora Belle Liebherz her, sein Hausgolem Gladys entdeckt die Emanzipation, und ein Bekannter aus alten Gauner-Zeiten droht Feuchts zweifelhafte Vorgeschichte aufzudecken. Feucht bleibt also gar nichts anderes übrig, als Erfolg zu haben, wenn er nicht wieder am Galgen landen will.

Doch darauf scheint alles hinauszulaufen, denn als er die Goldbestände im Keller der Bank kontrollieren will, wartet eine böse Überraschung auf ihn: Statt Gold findet er - Nichts. Und das bringt sogar den zungenfertigen Feucht von Lipwig in arge Erklärungsnöte.

Making Money Front Cover

Wer mal probelesen möchte, kann das hier 39 Seiten lang tun.

Oct 5th, 2007

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