Hiroshi Sugimoto in Düsseldorf

Posted By BlackBellow

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Die Kunstsammlung NRW in Düsseldorf (K20) zeigt noch bis zum 6. Januar 2008 eine Ausstellung mit Werken des japanischen Künstlers Hiroshi Sugimoto. Er lebt und arbeitet seit 1974 in den USA; seine Arbeiten sind sehr stark durch Strömungen wie Minimal Art bzw. Concept Art beeinflusst. Er arbeitet überwiegend in Serien, so dass er das Thema, das hinter einer Serie steckt, über längere Zeit ausdauernd verfolgt, teilweise über mehrere Jahrzehnte hinweg.

Er benutzt hierfür in der Hauptsache analoge Fototechnik und arbeitet daher auch ganz überwiegend mit einer Großbildkamera aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Der Grund hierfür ist, dass diese besonders fein abgestufte Grautöne und eine enorme Detailgenauigkeit erlaubt.

Die von ihm geschaffenen Serien sind wie Kapitel in der Biographie der langen Geschichte der Zeit - die sich spiegelt in der Natur, der Geschichtsschreibung, der Entwicklung der Menschheit, der Mathematik. Eindrücklich sehen kann man das an seiner umfangreichsten Serie, “Seascapes” welche er im Jahr 1980 begann und der die Frage zu Grunde lag, ob es möglich sei, einen Platz auf der Erde zu finden, der keine Spuren menschlichen Lebens zeigt; der sich so präsentiert, wie ihn der allererste Mensch gesehen haben könnte. So betrachtet sind die Werke dieser Serie kleine Zeitreisen in die Vergangenheit, die den Blick auf das Meer als Ursprung allen Lebens lenkt.

Auch die Serie “Theaters”, die er im Jahr 1975 begann, handelt von der Zeit und davon, dass Zeit keine feste Größe ist. Für die Fotografien dieser Werkreihe positionierte er seine Kamera vor Beginn der Filmvorführung, öffnete die Blende mit Beginn des Films und schloss sie je nach Dauer des Stücks nach ca. zwei bis drei Stunden wieder, so dass er quasi einen ganzen Film auf einem einzigen Foto aufgenommen hatte. Die Zuschauer sind nicht sichtbar, sie verschwinden in der Lichtprojektion, die von der Leinwand ausgeht und die auch die Architektur des Vorführsaals ausleuchtet. Sugimoto widerlegt mit diesen Aufnahmen die Annahme, Fotografie bilde zwangsläufig das ab, was man sieht; und zwar ohne die Fotos im Nachhinein zu manipulieren, sondern einzig und alleine durch die Aufnahmetechnik.

Einen kleinen Querschnitt durch die in der Kunstsammlung NRW gezeigten Werke kann man sich hier anschauen; auch das Interview, das in zwei Teilen zu sehen ist, ist sehr interessant (englisch):

Interview mit Hiroshi Sugimoto - Teil 1 -
Interview mit Hiroshi Sugimoto - Teil 2 -

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Oct 9th, 2007

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