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Neu - das Eszett gibt’s jetzt auch in groß
- jedenfalls im Unicode-Zeichensatz. Als Buchstaben selber gibt es das “große scharfe S” schon lange, wenngleich es sich bislang nicht durchgesetzt hat. Seit über einem Jahrhundert wurden mehrere Vorstöße unternommen, um den hässlichen Doppel-S-Ersatz bzw. die Umschreibung mittels SZ überflüssig zu machen.
Wozu das Ganze? Liest man beispielsweise das Wort “BUSSE”, so muss man sich zum einen aus dem Kontext erschließen, ob es sich dabei um die Mehrzahl des Fortbewegungsmittels handelt, oder schlicht um Reue. (Es sei denn der Satz lautet BUSSE AUSSCHLIESSLICH MIT NASSEN FÜSSEN BENUTZEN… dann verschiebt sich der Sprachschmerz auf andere (Satz-)Teile - aber lassen wir das… ) Zum anderen verletzt es das Sprachgefühl, sofern damit tatsächlich “Buße” gemeint ist. Was aber bei weitem schwerer wiegt als das individuelle Sprachempfinden ist die Tatsache, dass sich auf Grund des fehlenden Großbuchstabens Personennamen nicht richtig wiedergeben lassen. So muss sich eine Frau Roßberg bislang damit begnügen, in Versalschrift als Frau ROSSBERG angeschrieben zu werden, oder, noch schlimmer, als Frau ROßBERG. Dasselbe gilt für Ortsnamen auf Landkarten.
Seit dem 8. April hat “Latin Capital Letter Sharp S” nun offiziell den Unicode U+1E9E, hurra, hurra! - Und wie sieht das große ß nun aus?
So:
Wie bekomme ich das jetzt in meinen Rechner? Tastaturtreiber (für Windows und Mac) gibt’s hier zum herunterladen (Webseite von Andreas Stötzner), eine Lösung für Linux-Nutzer findet sich etwa hier (Wikipedia, Abschnitt “Tastaturbelegung”).
Als Computerschrift gefällt mir die Linux Libertine auf den Seiten des Libertine Open Fonts Projekts sehr gut. Weitere Schriftarten zeigt diese sehr ausführliche Liste des TypoWiki auf.
Jetzt muss es nur noch fleißig benutzt werden, das versale Eszett. Ich bin schon gespannt auf die ersten Zeitungsüberschriften, Buchtitel oder Werbeslogans!
[Dank an das Fontblog für den Anstoß zu diesem Eintrag]

